Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine löste eine Fluchtmigration aus, die sich auch an der Anzahl der eingereisten Menschen ukrainischer Herkunft zeigt.
Während 2021 die meisten Schutzsuchenden in Deutschland aus Syrien stammten (640 160 oder 33,1 % der Schutzsuchenden), hatte Ende 2023 mit 976 905 Personen die größte Gruppe der Schutzsuchenden die ukrainische Staatsangehörigkeit (30,8 % aller Schutzsuchenden). Die zweit- und drittgrößte Gruppe stellen Ende 2023 Schutzsuchende mit syrischer (711 650 oder 22,4 %) und afghanischer (322 570 oder 10,2 %) Staatsangehörigkeit dar.
Der Anteil von Schutzsuchenden mit irakischer (200 000 oder 6,3 %), türkischer (151 650 oder 4,8 %), iranischer (74 730 oder 2,4 %) oder russischer (71 365 oder 2,2 %) Staatsangehörigkeit fällt deutschlandweit geringer aus.
Allerdings zeigen sich bei diesen Gruppen zum Teil deutliche regionale Unterschiede: Hohe Anteile an ukrainischen Schutzsuchenden lassen sich Ende 2023 vor allem in Ostdeutschland und in Bayern beobachten (höchster Anteil im Landkreis Tirschenreuth mit 6,7 % und im Landkreis Bayreuth mit 66,4 %).
Auch bei Schutzsuchenden aus der Russischen Föderation zeigen sich hauptsächlich in Ostdeutschland hohe Anteile (höchster Anteil in Bamberg, Stadt mit 14,4 %).
Die größten Anteile kosovarischer und irakischer Schutzsuchender sind eher in Westdeutschland zu finden. Der höchste Anteil an kosovarischen Schutzsuchenden ist mit 8,2 % in Steinfurt zu finden. Mit 34,5 % liegt der höchste Anteil irakischer Schutzsuchender in der Stadt Oldenburg.
Während hohe Anteile syrischer Schutzsuchender über Gesamtdeutschland verteilt zu finden sind (größter Anteil in Herne mit 58 %), häufen sich die hohen Anteile afghanischer Schutzsuchender vor allem in Hessen (Landkreis Offenbach, 28,5 %), Bayern (Landkreis Schweinfurt, 33,5 % sowie in Nord- und Ostdeutschland (Stormarn in Schleswig-Holstein, 26,5 % und Suhl in Thüringen, 17,5 %).
Die höchsten Anteile iranischer Schutzsuchender sind vereinzelt in Bayern (Regensburg, Stadt, 9,8 %), aber auch in Westdeutschland (Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen mit 6,3 %), Norddeutschland (Hamburg mit 5,5 %) und Ostdeutschland (Oberhavel mit 3,9 %) zu finden.